Was Sie schon immer über eine PV-Anlage wissen wollten

Was Sie schon immer über eine PV-Anlage wissen wollten

Eine Photovoltaikanlage ist eine wichtige Investition, die gut durchdacht sein sollte. Damit Sie Ihre Anlage optimal planen können, verraten wir Ihnen, was Sie schon immer über eine PV-Anlage wissen wollten.

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#1 Kann ich mit einer PV-Anlage wirklich effektiv meine Stromkosten senken?

Geldscheine an Wäscheleine
Ja, Sie können mit einer PV-Anlage nachhaltig Stromkosten senken

Einige Eigenheimbesitzer zögern in Bezug auf den Kauf einer PV-Anlage. Sie sind sich nicht sicher, ob sich die Investition für sie lohnt. Lassen Sie uns diesen Punkt anhand einer Beispielrechnung betrachten.

Ausgangssituation: 4-Personen-Haushalt, 100 Euro monatliche Stromkosten

  • 100 Euro Stromkosten/Monat entspricht 1.200 Euro Stromkosten/Jahr
  • Über 20 Jahre hinweg sind das 24.000 Euro Stromkosten, vorausgesetzt, der Strompreis erhöht sich nicht.
  • Eine moderne Photovoltaikanlage kostet etwa 16.000 Euro inklusive Stromspeicher.
  • Bei 20 Jahren Nutzungsdauer, macht das 800 Euro/Jahr und rund 67 Euro/Monat.

In unserem Rechenbeispiel beträgt die Ersparnis über 20 Jahre also 8.000 Euro. Aktuelle Solarmodule übersteigen jedoch schon heute eine Laufzeit von 20 Jahren, sodass die Ersparnis weiter steigt.

#2 Wie lange hält eine PV-Anlage?

Familie vor Solarmodulen
Photovoltaik – ein spannendes Projekt für die ganze Familie

Die Bestandteile einer PV-Anlage haben unterschiedliche „Haltbarkeiten“. Das Generatorfeld (Module inkl. Unterkonstruktion) und die Kabel sind am langlebigsten. Hier können Sie bequem mit einer Laufzeit von 25 bis 35 Jahren rechnen. Ein Wechselrichter muss etwa alle acht bis zwölf Jahre regeneriert werden.

Daraus ergibt sich eine Nutzungsdauer von PV-Anlagen von mindestens 25 Jahren – ein Vierteljahrhundert Grünstrom vom eigenen Dach!

#3 Muss ich meine Photovoltaikanlage reinigen?

Nein! In der Regel sind die Module selbstreinigend. Regen genügt, um Ablagerungen von den Modulen zu spülen. Befinden sich jedoch in der Nähe der Module “Störfaktoren” wie zum Beispiel ein Lindenbaum, kann hin und wieder eine Reinigung sinnvoll sein. Hier ist eine regelmäßige Sichtprüfung ratsam, wie Sie im nächsten Absatz erfahren werden.

#4 Benötige ich einen Wartungsvertrag?

Nein! Ein Wartungsvertrag ist bei PV-Anlagen für Eigenheime nicht nötig. Sie sollten jedoch ab und an eine Sichtprüfung machen, ob die Module sauber sind und kontrollieren, ob die Anlage wie gewohnt Strom produziert, wenn es draußen hell ist. Moderne Anlagen können in der Regel mithilfe einer App geprüft werden – somit entfällt eine Wartung vor Ort.

#5 Kann jede PV-Anlage bei Stromausfall mein Haus weiter versorgen?

Mensch zündet Kerze an
Strom trotz Stromausfall dank PV-Anlage?

Nein, dafür bedarf es einer speziellen Notstromfunktion oder einer sogenannten Inselanlage. Worin liegt der Unterschied?

PV-Anlage mit Notstromfunktion

Eine PV-Anlage mit Notstromfunktion verfügt über eine Steckdose, die bei Stromausfall weiterhin Energie an Geräte mit geringer Leistung liefert. So können etwa die Heizung (Gas- oder Ölheizung nebst Pumpen), die Beleuchtung oder der Kühlschrank weiterhin mit Energie aus der PV-Anlage versorgt werden.

Photovoltaik-Inselanlagen

Bei einer Inselanlage wird im Falle eines Stromausfalls das Haus komplett vom Netz getrennt (Insellösung) und vollständig über die PV-Anlage und den Speicher mit Strom versorgt.

#6 Kann jede Anlage beliebig erweitert werden?

Unter bestimmten Gesichtspunkten, ja. Da jede Anlage beim Marktstammdaten-Register der Bundesnetzagentur angemeldet ist, müssen jedoch entsprechende Vorgehensweisen eingehalten werden.

Zudem sollte der Wechselrichter perfekt zur Anlagengröße passen. Daher ist es oft sinnvoller, eine weitere Anlage zu errichten (Modulfeld plus Wechselrichter), anstatt eine bestehende Anlage zu erweitern.

Unsere Energieprofis beraten Sie hier gern!

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#7 Warum wähle ich den Speicher nicht so groß wie möglich?

Tablet mit Stromspeicher-App
Ein Stromspeicher als sinnvolle Ergänzung zur PV-Anlage

Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe. Der wichtigste Grund ist sicher der Kostenfaktor. Je größer der Speicher, desto teurer. Die Investition lohnt sich daher nur, wenn der Stromspeicher perfekt zum Verbrauchsverhalten und zur Anlagengröße passt.

Außerdem dient ein Speicher zur Stromversorgung in der “dunklen Tageshälfte” und sollte sich im Optimalfall täglich einmal entladen.

Dies wird erreicht, indem der Speicher eben nicht größtmöglich gewählt, sondern an den individuellen Bedarf angepasst wird. In der Regel beträgt der Nachtanteil des täglichen Stromverbrauchs (20 Uhr bis 6 Uhr) nur etwa 30 bis 40 Prozent.

#8 Warum benötige ich überhaupt einen Speicher?

Eine PV-Anlage kann nur dann Strom produzieren, wenn es hell ist. Sind Sie in diesem Moment nicht daheim, um den Strom zu nutzen, sorgt ein Speicher dafür, dass der selbst produzierte Strom “aufgefangen” wird und Ihnen abends oder nachts zur Verfügung steht. Auf diese Weise reduzieren Sie Ihren Stromzukauf um ein Weiteres.

Welcher Speicher konkret zu Ihnen passt, verraten Ihnen gern unsere Energie-Profis.

Zum Stromspeicher-Formular

#9 Kann ich mein E-Auto vollständig mit Strom aus der Solaranlage betreiben?

E-Auto lädt an einem Haus mit PV-Anlage
E-Auto und PV-Anlage – eine clevere Kombination

Inwiefern die Ladung eines E-Autos komplett oder teilweise durch eine PV-Anlage erfolgt, hängt vom jeweiligen System und der Konfiguration ab.

Wenn Sie etwa Ihr voll elektrisches E-Auto über drei Stunden mit 11 kW laden (Bedarf: 3h x 11 kW = 33 kWh) und die PV-Anlage in dieser Zeit konstant 7 kW pro Stunde liefert, können 21 kWh des Strombedarfs durch die Photovoltaikanlage abgedeckt werden. Die restlichen 12 kWh kommen aus dem Netz.

Laden Sie hingegen einen Hybrid über drei Stunden mit 3,7 kW (Bedarf: 3h x 3,7 kW = 11,1 kWh) und die Anlage liefert auch hier konstant 7 kW pro Stunde, kann der komplette Strombedarf mit dem eigenen Solarstrom abgedeckt werden. In diesem Fall wäre die Antwort ein klares “Ja”, eine PV-Anlage kann vollständig den Ladebedarf eines E-Autos abdecken.

#10 Kann ich mein E-Auto auch als Speicher meiner PV-Anlage nutzen?

Nein, das ist aktuell nicht möglich. Theoretisch gibt es zwar den Ansatz des bidirektionalen Ladens, praktisch ist das aktuell aber nicht umsetzbar.

#11 Warum habe ich nicht 100 Prozent Eigenverbrauch?

Zeichnung mit steigender Autarkiekurve
Wie autark macht eine PV-Anlage?

Hier gilt es zunächst, zwischen Eigenverbrauch und Autarkiegrad zu unterscheiden. Das funktioniert am besten mit einem Beispiel.

Nehmen wir an, Ihr Haus hat eine Grundlast von 500 Watt (Heizungspumpen, Standby-Geräte, Kühl-/Gefrierschränke) und während Sie nicht daheim sind, produziert Ihre Photovoltaikanlage 4.000 Watt. Davon wird die Grundlast abgedeckt und 1.600 Watt nimmt Ihr Speicher auf. Die übrigen 1.900 Watt fließen ins Netz und werden vergütet.

In diesem Szenario liegt Ihr Eigenverbrauch rund 53 Prozent (2.100 Watt von 4.000 Watt), Ihr Autarkiegrad beträgt jedoch 100 Prozent, da Ihr gesamter Strombedarf von der PV-Anlage gedeckt wird.

Nun kommen Sie nach Hause und schalten die Waschmaschine ein (2.000 Watt). Der Strom hierfür wird aus der PV-Anlage und bei Bedarf aus dem vollen Speicher entnommen. Von den 4.000 Watt PV-Strom, verbrauchen Sie nun 2.000 Watt mit der Waschmaschine und 500 Watt über die Grundlast. Somit beträgt die Auslastung Ihrer Anlage, also Ihr Eigenverbrauch, rund 63 Prozent und Sie sind noch immer zu 100 Prozent autark.

Die beiden Szenarien sind typische „Sommerbeispiele“. Da eine Anlage so geplant wird, das sie dem Jahresmittel entspricht, werden Sie im Sommer meist einen leichten Überschuss und im Winter eine leichte Unterdeckung haben. Der Eigenverbrauch steigt im Winter durch die niedrigere Produktion, während der Autarkiegrad sinkt.

Um tatsächlich 100 Prozent Eigenverbrauch zu erreichen, müssten Sie Ihren Stromverbrauch so steuern, dass er exakt der aktuellen Leistung Ihrer PV-Anlage entspricht. Dieses Szenario ist in den meisten Fällen unwahrscheinlich.

#12 Ab wann amortisiert sich meine PV-Anlage?

Wenn eine Photovoltaikanlage ihre Investitions- beziehungsweise Betriebskosten generiert hat, hat sich die Anlage amortisiert. Dabei richtet sich die Amortisationszeit nach verschiedenen Faktoren, wie etwa dem Preis der Anlage, dem anfallenden Stromverbrauch, der Höhe der EEG-Umlage und vor allem der Entwicklung des Strompreises. Im Schnitt geht man hier von zehn Jahren.

Für eine konkrete Berechnung und falls Sie noch weitere Fragen zur Anschaffung einer PV-Anlage haben, sind unsere Energie-Profis gern für Sie da!

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