Energiesparen im Winter

Energiesparen im Winter

In der Nacht vom 26. Oktober (Samstag) auf den 27. Oktober (Sonntag) 2019 dürfen wir wieder eine Stunde länger schlafen. Die Uhren werden von 3 Uhr auf 2 Uhr eine Stunde zurückgestellt – auf Winterzeit. Wenn die Heizungen wieder auf Hochtouren laufen und Lampen öfter eingeschaltet werden und länger brennen, ist es an der Zeit, einen kritischen Blick auf die Strom- und Energiefresser im Haushalt zu werfen. Wir möchten Sie mit ein paar praktischen Tipps zum Energiesparen im Winter dabei unterstützen.

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Energiesparen im Winter – Tipp #1: Fenster und Türen abdichten

Fenster mit Vorhang
Energiesparen durch das Abdichten von Türen und Fenstern

Türen und Fenster sind eine häufige Schwachstelle im Haushalt, durch die die Kälte kriechen kann. Halten Sie Ihre Hand an Tür- und Fensterschlitze, um zu prüfen, ob kalte Luft hereinströmt. Sie können auch eine Kerze benutzen und prüfen, ob die Flamme zu flackern beginnt oder ein Blatt Papier zwischen Fenster und Fensterrahmen halten, das Fenster schließen und dann probiere, das Papier herauszuziehen. Wenn dies leicht und ohne das Blatt zu zerreißen möglich ist, ist das Fenster undicht.

Haben Sie eine undichte Stelle entdeckt, können Sie Dichtungsband aus dem Baumarkt besorgen und Ihre Fenster damit abkleben. Auch Vorhänge können einen gewissen Dämmungseffekt haben, solange sie keine Heizkörper verdecken.

Sollte die Tür die undichte Stelle sein, lassen sich Bürstendichtungen oder textile Zugluftstopper an der Tür befestigen. Achtung: Wer zur Miete wohnt, sollte Maßnahmen, die sich nicht rückstandsfrei wieder beseitigen lassen, unbedingt mit dem Vermieter absprechen. Eventuell plant dieser ja auch den Austausch von Fenster und Türen.

Energiesparen im Winter – Tipp #2: Heizung prüfen

Heizkörper im Schlafzimmer
Im Schlafzimmer besonders nervig: Heizungsgeräusche

Sowohl Mieter als auch Eigentümer sollten prüfen, ob die Heizung gemäß der einzelnen Stufen entsprechend warm wird und ob dabei Geräusche wie Klopfen, Plätschern oder Rauschen zu hören sind. Befindet sich beispielsweise Luft in den Leitungen, äußert sich die meist durch ein Plätschern oder Tropfgeräusch. Dieses Problem können Sie durch Entlüften der Heizung ganz einfach selbst beheben.

Bei Klopfen und Rauschen sollten Sie hingegen besser den Vermieter oder, wenn Sie selbst der Eigentümer sind, einen Fachmann kontaktieren. Lesen Sie dazu mehr in unseren Beitrag Heizung rauscht, was tun?.

Energiesparen im Winter – Tipp #3: Warmwasserverbrauch reduzieren

Duschkopf mit Wasser
Lieber duschen statt baden – auch im Winter

So wohltuend gerade im Winter ein heißes Bad ist, es treibt den Warmwasserverbrauch enorm nach oben. Verzichten Sie daher weitestgehend auf Vollbäder und nehmen Sie lieber eine Dusche. Wer einen Spar-Duschkopf installiert kann zudem bis zu 50 Prozent seines Wasserverbrauchs sparen. Die Sparköpfe lassen im Schnitt nur sechs bis neun Liter Wasser pro Minute durchlaufen. Das spart bei einer täglichen Duschzeit von acht Minuten etwa 1.680 Liter Warmwasser.

Beim Wäschewaschen und Geschirrspülen per Maschine lässt sich der Warmwasserverbrauch ebenfalls reduzieren. Solange die Wäsche oder das Geschirr nicht stark verschmutzt ist, wählen Sie Kurz- oder Schnellwaschprogramme.

Letztendlich können Sie im alltäglichen Umgang mit warmen Wasser auf Ihre Gewohnheiten achten und diese wenn nötig optimieren. Verwenden Sie beispielsweise nur kaltes Wasser beim Händewaschen und lassen Sie beim Zähneputzen oder Geschirrspülen kein Wasser laufen. Schalten Sie die Waschmaschine oder den Geschirrspüler erst dann ein, wenn die Geräte wirklich voll sind. Nutzen Sie Sparregler an all Ihren Armaturen. Die Anschaffungskosten sind gering (ab ca. 15 Euro im Baumarkt) und das Einsparpotenzial enorm (bis zu 50 Prozent). Und selbstverständlich gehören tropfende Wasserhähne repariert.

Energiesparen im Winter – Tipp #4: Richtig heizen

Frau im Pulli hält Teetasse
Im Winter daheim lieber einen Pullover statt T-Shirt tragen

Die Theorie kennt jeder, sie in der Praxis immer zu beachten, gelingt den meist Menschen jedoch nicht so gut. Darum möchten wir hier noch einmal die Grundregeln für richtiges Heizen nennen und daran appellieren, sie täglich umzusetzen.

Räume nur bei Bedarf heizen

Zum einen müssen nicht benutzte Räumlichkeiten nicht beheizt werden. Das Gästebad, die Waschküche, der Hobbyraum, den Sie nur hin und wieder nutzen, aber auch das Badezimmer müssen nicht permanent beheizt werden. Drehen Sie die Heizung hoch, bevor Sie den jeweiligen Raum benutzen möchten und danach wieder runter. Während der täglichen Stoßlüftung werden alle Heizkörper im Raum auf das Sternchen gestellt.

Heizungen nachts und bei Abwesenheit runterregeln

Nachts braucht niemand eine warme Küche. Und während Sie zur Arbeit sind auch nicht. Idealerweise steuern Sie Ihre Heizkörper daher über smarte Thermostate. Hier können Sie jene Zeiten festlegen, zu denen die Heizung weniger leisten soll. Verbunden mit einer App ist es zudem möglich, auf spontane Veränderungen zu reagieren. Sie arbeiten heute länger oder treffen sich nach der Arbeit noch spontan mit Freunden? Dann stellen Sie in Ihrer App ein, dass die Heizung weiterhin im Sparmodus bleiben kann und regeln Sie sie erst auf dem Weg nach Hause wieder hoch.

Den einzelnen Thermostatstufen können dabei ziemlich genau die jeweiligen Temperaturen zugeordnet werden:

  • Sternchen: Frostschutz (etwa 5 Grad Celsius)
  • Stufe 1: etwa 12 Grad Celsius
  • Stufe 2: etwa 16 Grad Celsius
  • Stufe 3: etwa 20 Grad Celsius
  • Stufe 4: etwa 24 Grad Celsius
  • Stufe 5: etwa 28 Grad Celsius

Achtung: Das Thermostat voll aufzudrehen, trägt nicht dazu bei, dass der Raum schneller warm wird. Die Stufen dienen zur Einstellung der Maximaltemperatur. Entsprechend ist der Energieverbrauch auf Stufe 5 höher als auf Stufe 3.

Die richtige Raumtemperatur für jedes Zimmer

Auch wenn es sehr verlockend ist, das Wohnzimmer mollig warm zu haben während draußen die Schneeflocken gegen die Fensterscheiben schweben, es strapaziert Ihren Geldbeutel und Ihre Energiebilanz. Wenn Sie im Winter Energie sparen möchten, sollten Sie auf Zimmertemperaturen verzichten, bei denen Sie im T-Shirt durch die Wohnung laufen können. Folgende Werte gelten als optimale Raumtemperatur für die einzelnen Zimmer:

  • Wohnzimmer: etwa 21 Grad Celsius
  • Kinderzimmer: etwa 21 Grad
  • Schlafzimmer: etwa 17 Grad Celsius
  • Küche: etwa 18 Grad Celsius
  • Bad: etwa 24 Grad Celsius
  • WC: etwa 16 Grad Celsius
  • Flur: etwa 16 Grad Celsius

Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Energie. Bei einem Einfamilienhaus von etwa 150 Quadratmetern Wohnfläche, das mit Gas heizt, sind das ungefähr 115 Euro Ersparnis. Lassen Sie die Raumtemperatur jedoch nicht unter 15 Grad Celsius sinken. Um die Räume danach wieder hochzuheizen, benötigen Sie mehr Energie, als sie vorher eingespart haben.

Energiesparen im Winter – Tipp #5: Energieverbrauch in der Küche reduzieren

verschiedene Töpfe auf dem Herd
Kochen mit geschlossenem Topfdeckel spart Energie

Die Winterzeit ist die Zeit für heiße Speisen: Suppen und Eintöpfe, Plätzchen und Weihnachtsbraten – in der Küche geht es jetzt buchstäblich heiß her. Und auch dabei lässt sich Energie sparen.

Benutzen Sie beim Kochen stets die passende Topfgröße, die passende Herdplatte zur Topfgröße sowie Töpfe und Pfannen mit glattem Boden. Außerdem: Beim Kochen gehört der Deckel auf den Topf.

Beim Backen ist Heiß- und Umluft besser als Ober- und Unterhitze, da sich so die warme Luft gleichmäßiger verteilt. Außerdem sollten Sie den Backofen erst am Ende der Backzeit öffnen, da sonst die warme Luft aus dem Ofen strömt und unter zusätzlichen Energieaufwand nachproduziert werden muss. Ein Vorheizen ist bei modernen Backöfen übrigens nicht mehr nötig.

Energiesparen im Winter – Tipp #6: Sparlampen verwenden

verschiedene Lampen
Energiesparlampen reduzieren deutlich die Stromkosten

Da es im Winter zeitiger dunkel wird, schalten wir auch häufiger das Licht ein und lassen es länger brennen als im Sommer. Bis zu 10 Prozent der Energiekosten im Haushalt entfallen jährlich auf die Beleuchtung. Grund genug, um auf energiesparende LED-Lampen zurückzugreifen, die Ihre Energiekosten um 50 bis zu sagenhaften 90 Prozent reduzieren. Greifen Sie gern auch auf Kerzen zurück. Die sorgen nicht nur für Licht, sondern gleichzeitig auch für Wärme – für den Körper und für die Seele.

Pro-Tipp: Wenn Sie vor dem Anzünden ein wenig Salz auf ein Teelicht streuen, brennt dieses um bis zu 50 Prozent länger.

Energiesparen im Winter – Tipp #7: Richtig lüften

Offenes Fenster
Auch im Winter Stoßlüften statt Fenster ankippen

Trockene Luft erwärmt sich schneller als feuchte Luft. Darum sollten Sie auch im Winter mehrmals täglich stoßlüften, zum beispiel morgens und kurz vor dem Schlafen gehen sowie nach Tätigkeiten, die besonders viel Feuchtigkeit in die Räume entweichen lassen (Duschen, Kochen, Wäschetrocknen).

Achten Sie beim Stoßlüften darauf, die Innentüren in der Wohnung offen zu lassen. So kann sich die Luft in den einzelnen Räumen schneller und besser austauschen. Lediglich die Türen zu unbeheizten Zimmern sollten geschlossen bleiben.

Den Zirkulationseffekt können Sie sogar noch steigern, indem Sie die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnung oder des Zimmers ebenfalls öffnen. Dann findet eine sogenannte Durchzugslüftung statt.

Um die Räume nicht zu stark auskühlen zu lassen, empfiehlt es sich, die Stoßlüftung etwa zehn Minuten lang durchzuführen. Sollte knackiger Frost herrschen, reichen mitunter auch schon fünf Minuten vollkommen aus.

Energiesparen im Winter – Tipp #8: Nachts Rollläden schließen

Geschlossener Rollladen an einem Fenster
Zusätzlicher Dämmungseffekt: Geschlossene Rollläden

Falls Ihre Fenster über Rollläden verfügen, schließen Sie diese über Nacht. Auf diese Weise dichten Sie Ihre Fenster noch einmal zusätzlich gegen kalte Luft von außen ab.

Prüfen Sie zudem die Öffnungen an der Gurtführung. Sollte dort Zugluft ins Rauminnere dringen, können Sie diese beispielsweise mit Gurtöffnungen mit Bürsteneinsatz austauschen. Diese gibt es schon ab circa zwei Euro im Baumarkt.

Energiesparen im Winter – Tipp #9: Heizkörper nicht abdecken

Heizkörper mit Dämmung an Rückwand
Heizkörper mit Dämmmaterial an der Rückwand

Damit die Heizungsluft ungestört in den Raum strömen kann, sollten die Heizkörper einschließlich der Thermostate nicht verdeckt werden. Lange Vorhänge etwa, kleinere Möbel, Zierblenden oder gar die Couch direkt vor der Heizung verhindern, dass sich die warme Luft schnell und ungehindert ausbreiten kann. Idealerweise befindet sich das nächste Möbelstück in einem Abstand von mindestens 30 Zentimetern vom Heizkörper entfernt.

Vermeiden Sie auch, Handtücher auf Heizungen zu trockenen. Abgesehen vom Badheizkörper, der speziell dafür vorgesehen ist, sorgt das Behängen der Heizkörper in den anderen Räumen für einen Hitzestau direkt an der Heizung.

Anstatt Dinge VOR oder AUF dem Heizkörper zu platzieren, können Sie in Erwähnung ziehen, die Wand HINTER dem Heizkörper zu dämmen. Im Baumarkt gibt es dafür spezielle Dämmmaterialien, die sich hinter die Heizkörper schieben lassen. Wenn Sie den Heizkörper abbauen, können Sie die etwas dickeren Hartschaumplatten nutzen. Aber Achtung: Prüfen Sie vorab, ob zwischen dem Heizkörper und der neuen Dämmschicht noch ausreichend Platz zur Luftzirkulation bleibt. Sprechen Sie zudem diese Maßnahmen mit Ihrem Vermieter ab ehe Sie sie umsetzen.

Energiesparen im Winter – Tipp #10: Behagliches Zuhause schaffen

gemütliches Zuhause mit Kerzen und Deko
Ein gemütliches Zuhause steigert das Wohlbefinden und sorgt für innere Wärme

Das mag jetzt vielleicht überraschen, aber auch die seelische Wärme spielt eine Rolle. Wer sich in einem gemütlichen Wohnzimmer, mit Wollpullover, dicken Socken, einer Tasse Tee und einer flauschigen Decke auf der Couch ein Buch liest, der tut seiner Seele und seinem Wohlbefinden etwas gutes – und friert weniger. Im Gegensatz dazu schafft ein kühl eingerichtetes Zuhause einen geringeren Wohlfühlfaktor und sorgt eher dafür, dass man fröstelt. Weiterhin spielt die Luftfeuchtigkeit eine Rolle.

Experten haben herausgefunden, dass sich die meisten Leute unter folgenden Bedingungen am wohlsten fühlen:

  • Raumtemperatur: 20-22 Grad Celsius, relative Luftfeuchte: 40-50 Prozent
  • Raumtemperatur: 18-20 Grad Celsius, relative Luftfeuchte: 60-70 Prozent

Tipp: Ein Spieleabend mit Freunden oder gegenseitiges Vorlesen ersetzt den Abend vorm Fernseher und kommt mit einem viel geringeren Energieverbrauch aus.

Kühlschrank-Memo mit Energiespartipps für den Winter

Damit Sie unsere Tipps zum Energiesparen im Winter jederzeit vor Augen haben, können Sie sich unser Kühlschrank-Memo kostenfrei herunterladen, ausdrucken und an die Kühlschranktür heften.

Hier geht’s zum Download: Kühlschrank-Memo mit Energiespartipps für den Winter (PNG-Datei, 180 KB)

Memo mit Energiespartipps